Mittwoch, 19. September 2007

Gasques

Heute mal ein Wort zu Gasques. Was zur Hölle ist ein Gasque ? werdet Ihr Euch jetzt bestimmt fragen, daher hier erstmal ein Auszug aus Wikipedia: Gasque, gask, studentikos fest med sittning. Ordet kommer förmodligen från ett "bud" i det på 1800-talet mycket populära kortspelet vira.
Für alle, die des Schwedischen nicht mächtig sind, das ist ein studentisches Fest mit mehrgängigem Abendessen. Dabei wird dann kräftig gezecht und gesungen. Die Studentunion hatte für die Austauschstudenten ein Gasque organisiert und so kamen wir auch in den Genuss der Übersetzung einiger schwedische Trinklieder. Hier eines der bekanntesten:

Helan går, sjung hopp fadarallan lallan lej. Helan går, sjung hopp fadarallan lej. Och den som inte helan tar han heller inte halvan får. Helan går! [TRINKEN!] Sjung hopp fadarallan lej.

Im großen und ganzen kein wirklicher Inhalt ausser der Aufforderung auszutrinken ;)
Für die vielen Austauschstudenten hat ein Spaßvogel eine Version aus englischen Worten zusammengestellt. Wenn man es singt, klingt es wie das schwedische Original, der Text ist jedoch Unsinn:

Hell and gore, Shun hop father Allan lallan lay. Hell and gore, Shun hop father Allan lay. And then some in the hell and tar and hell are in the half and four. Hell and gore, [DRINK!] Shun hop father Allan lay.

Das dazu gereichte Essen war wirklich sehr gut, zu Beginn gab es Toast mit Rentier und Radieschenpaste:

Der Hauptgang bestand aus marinierten gegrillten Lach mit Bouillabaise Sauce und Kartoffeln mit Wästerbotten Käse:
Und schließlich zum Dessert einen Rhabarber-Apfelkuchen:

Dazu für jeden Bier, reichlich Wein (deutscher Reisling übrigens, über den sich vor allem Olli sehr gefreut hat *g*) und schwedischen Schnapps.

Letzterer gehört hier zu jedem guten Essen dazu, auch wenn ich das absolut nicht verstehen kann, das Zeug ist nämlich einfach widerlich. Es gab zwei verschiedene Sorten zur Auswahl und als wir fragten, was denn der Unterschied sei hieß es nur :"This one is less digusting than the other one." Das sagt ja eigentlich schon alles. Aber was solls, muss man mal mitgemacht haben, ausserdem war er teuer genug, hat immerhin 50 SEK extra gekostet !

Im Laufe des Abends gab es immer wieder kleine musikalische und schauspielerische Einlagen und natürlich wurden diese auch mit laufendem Alkoholkonsum immer besser angenommen. Bei dieser Gelegenheit wurden wir auch noch in die weiteren Gepflogenheiten des Gasques eingeführt. So ruft man beispielsweise "Tempo!" wenn man der Meinung ist, dass gerade zu wenig Stimmung ist und jemand einen neuen Song anstimmen sollte. "Bordskoll" ruft den ganzen Tisch dazu auf anzustoßen und "Omstart" bedeutet dann so viel wie Zugabe. Alles in allem Eine Riesengaudi und im Laufe des Abends wurde die Stimmung auch immer feuchtfröhlicher, so dass eine Gruppe nach der anderen auf die Bühne gewankt ist um landestypische Gesänge zum besten zu geben. Die deutsche Fraktion entschied sich übrigens für "Laurentia, liebe Laurantia mein".
Noch ein sehr amüsanter Brauch ist übrigens folgender: Wenn man selbst keine Essen mehr auf dem Teller hat darf man vom Teller des rechten Nachbarn klauen !....oder auch mal von dem der gegenüber sitzt : *g*



Keine Kommentare: